Auslaugungen | Ausschwemmungen

Neben den bei Mauerwerk oftmals sichtbaren »Ausblühungen« sind auch Auslaugungen Ursache für optische und technische Beeinträchtigungen vor allem bei älterem Mauerwerk, wobei die Unterscheidung dieser beiden Erscheinungen für einen Laien schwierig ist. Während die leichtlöslichen ausblühfähigen Stoffe überwiegend aus verunreinigenden Beimengungen der Rohstoffe von Bindemitteln, Zuschlagstoffen und Mauersteinen entstammen und meistens als Schwefelverbindungen in unterschiedlicher Menge vorkommen, haben Auslaugungen ihren Ausgangspunkt fast immer im Hauptbestandteil aller Mörtelverbindungen, dem Kalziumhydroxid. Während Luftkalk mehr als 90 % Kalziumhydroxid enthält, beträgt der Anteil im Portlandzement immer noch mehr als 60 %. Es sind somit in allen üblichen Mörteln Kalkhydratanteile in ausreichenden Mengen enthalten, die bei einem Durchfließen der Mörtelfugen ausgeschwemmt werden können. Geringere Anteile von Gips (Kalziumsulfat) und Alkalisilikat als schwer lösliche Stoffe können unter bestimmten Bedingungen ebenfalls mit ausgeschwemmt werden. Sie erschweren dann im Schadensfall die Identifizierung und wegen ihrer Schwerlöslichkeit auch die Beseitigung der Verunreinigungen.

KalkAuslaugungen, wie Kalkauslaugungen oder Kalksinterbildungen, sind wie Ausblühungen meistens weiß, höchstens leicht grau verfärbt. Sie haben jedoch gewöhnlich eine unverwechselbare Erscheinungsform. So sind die Lagerfugenbereiche unterhalb der Stoßfugen häufig Hauptausgangspunkte von KalkAuslaugungen. Die Hauptsubstanz der Verunreinigungen ist in fast allen Fällen das Kalziumkarbonat. Es ist in Wasser nicht löslich und hat einen neutralen oder leicht seifigen Geschmack. Auslaugungen und Aussinterungen zeigen deshalb die typische Karbonatreaktion, d.h. bei Benetzung mit Säure (z.B. Salzsäure oder Haushaltsessig) schäumen sie dadurch auf, dass die Kohlensäure entweicht.

Während Kalkauslaugungen und Kalksinterbildungen nach ihrer Entstehung gleichermaßen in Kalziumkarbonat übergehen, sind ihre physikalischen und chemischen Ursachen unterschiedlich. Kalkauslaugungen entstehen hauptsächlich an frisch erstellten Bauteilen, wenn das noch nicht karbonatisierte Kalziumhydroxid aus dem Mauermörtel, manchmal auch nur aus dem Fugenmörtel ausgelaugt wird. Dabei wird das Hydroxid jedoch nicht gelöst, sondern in einer laugenähnlichen Suspension (Kalkmilch) ausgeschwemmt. Die Bildung solcher Suspensionen und ihr Austritt an der Oberfläche setzt voraus, dass sich Wasser in undichten Bereichen des Fugennetzes fließend bewegt und beim Austritt über die Fassade oder andere Bauteile abläuft.

Im Unterschied zu Auslaugungen entstehen Aussinterungen überwiegend bei älterem Mauerwerk. Sie treten auf, wenn kohlensäurehaltiges Regenwasser über längere Zeit das Fugensystem und den Mörtel durchsickern kann. Hierbei wird der bereits als Karbonat gebundene Kalk als Bikarbonat gelöst, das nach Austritt an die Wandoberfläche wieder als unlösliches Karbonat ausfällt (Tropfsteinhöhleneffekt).

Für die Entfernung von Kalkauslaugungen und -aussinterungen müssen in der Regel Säuren herangezogen werden, da die Grundsubstanz ja aus nicht wasserlöslichem Kalziumkarbonat besteht. Obwohl dazu im Prinzip mehrere Säuren geeignet sind, ist es besonders bei älteren Auslaugungen erforderlich, hohe Konzentrationen zu verwenden, die auch im Bereich der Mörtelfugen lösende Wirkung haben können.

Es ist deshalb wichtig, durch kräftiges Vornässen die Mörtelfugen mit Wasser zu sättigen, um das Eindringen der Säurelösung in die Fugen zu vermeiden. Neben der Salzsäure, die sehr aggressiv reagiert und in höheren Konzentrationen nur gezielt auf den Steinflächen zur Anwendung kommen sollte, haben sich noch weitere spezielle Präparate bewährt, die von der Bauindustrie angeboten werden. Insgesamt sind solche Sanierungs- und Reinigungsmaßnahmen nur durch qualifiziertes Fachpersonal durchzuführen, zuvor muss jedoch eine eingehende Ursachenerkundung und Schadensanalyse erfolgen. Um Auslaugungen wirksam zu vermeiden, sind Maßnahmen vorzusehen, die das Eindringen von Wasser in das Mauerwerk und das Durchfließen des Fugenmörtels verhindern. Daneben kann eine geeignete Mörtelzusammensetzung ebenfalls ein Ausschwemmen vermindern. Während der Herstellung des Mauerwerks ist dieses zudem für mindestens 3 Wochen gegen Schlagregenbeanspruchung zu schützen.

Quelle:  www.elkage.de (Crinitz Baukeramik)

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